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Im Gesundheits-wesen

Warum ist
das wichtig?

Im medizinischen Bereich ist fundiertes Wissen und der respektvolle Umgang mit Patient*innen mit einer HIV-Infektion besonders wichtig. Das Vertrauen zwischen dem medizinischen Personal und Patient*innen ist dabei das Fundament jeder erfolgreichen Behandlung.


Ebenso essentiell ist es, Stigmatisierung und Diskriminierung zu vermeiden und den Datenschutz stets zu gewährleisten, um die Rechte und die Würde aller Patient*innen zu schützen.

 

Allyship im Gesundheitswesen bedeutet sich aktiv für den diskriminierungsfreien Umgang mit Patient*innen einzusetzen, Menschen dabei zu unterstützen ihre Rechte gegenüber Mitarbeitenden im Gesundheitswesen durchzusetzen und klare Kante gegen Ausgrenzung und Ungleichbehandlung auch gegenüber Kolleg*innen zu zeigen.

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Stefanie ist Ärztin und
Ally!

Sei wie Stefanie!

STEFANIE INTERVIEW
 

Steffi, was machst du beruflich?

Ich bin Allgemeinmedizinerin. Ich habe lange als Hausärztin gearbeitet, bin jetzt aber freiberuflich als Vertretung in Praxen und als Stress-Beraterin unterwegs.

Wie sind denn die Themen HIV und Aids in deinem Leben aufgetaucht?

Zum ersten Mal noch im Rahmen des Studiums, das ist wirklich lange her. Ich habe in Essen Medizin studiert und mein Dermatologie-Prüfer war Professor Brockmeyer. Der hat damals eine Gruppe mit Leuten gegründet, die sich engagieren wollten. Damit waren wir 1991 schon am Weltaidstag an der Uni präsent.

Wie bist du zur Aidshilfe Köln gekommen?

Da waren die Kinder schon etwas älter und ich wollte wieder an früher anknüpfen. Back to the roots, quasi. 2007 war ich auf der „Cover Me“-Party von Dirk Bach. Die Aidshilfe hatte da einen Stand und die Leute trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Helferzellen“. Das hat mir gut gefallen. Zu Beginn war ich im Youthwork tätig, bis der Checkpoint die Angebote erweitert hat und ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, einen oder zwei Tage im Monat auszuhelfen.

 

Was genau sind deine Aufgaben?

Nachdem die Besucher*innen des Checkpoints in der Beratung waren, nehme ich Blut ab oder mache Abstriche, setze Tests an und versuche, den Aufenthalt im Raum so angenehm wie möglich zu machen.

Bei der Aidshilfe bewegst du dich ja in einem bewusst diskriminierungssensiblen Raum.

 

Wie sieht das in den restlichen Bereichen deines beruflichen Alltags aus?

Zu Beginn meines Arbeitslebens Mitte der 90er wurde zum Beispiel in einer Klinik ein roter Punkt bei verschiedenen Infektionen auf die Patientenkarte geklebt. Das war intern ein deutliches Zeichen. Das scheint auch heute keine Ausnahme zu sein. Ich habe gelesen, dass bei einer Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit HIV über 50% der Befragten angegeben haben, Diskriminierung im Gesundheitswesen erlebt zu haben.

 

Was machst Du, wenn Du Diskriminierung von HIV-positiven Menschen in deinem beruflichen Kontext erlebst?

Es gibt teilweise immer noch unbestimmte, irrationale Ängste bei Mitarbeitenden. „Die Blutabnahme mache ich lieber nicht, man weiß ja nicht so genau.“ Sowas kann in den Praxen schonmal vorkommen. In solchen Fällen habe ich interne Schulungen gemacht. Nichts Großes – ich habe einfach erklärt, dass eine Blutabnahme vollkommen ok ist und wo es überhaupt Risiken gibt.

Wie wurde darauf reagiert?

Das wurde gut angenommen. In den meisten hausärztlich tätigen Praxen gibt es dahingehend wenige Schulungen, die Leute haben nicht regelmäßig mit dem Thema HIV zu tun. Diabetes und Bluthochdruck sind da viel gängiger. Wenn dann ein*e Patient*in mit HIV kommt, ist die Verunsicherung schnell groß. Ich finde, dass ist kein Zustand und muss sich unbedingt ändern. Menschen mit HIV sollten sich überall sicher fühlen, nicht nur in den Schwerpunktpraxen.

Du hast über eine Party in dein ganz besonderes Engagement gefunden, wie können deine Kolleg*innen sich gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV einsetzen, ohne ein T-Shirt anziehen zu müssen?

Ich würde sagen: „Mach kein Fass auf!“ Frag dich einfach, was du tun kannst, damit die Person sich in diesem Moment besser fühlt. Man kann die Patient*innen auch einfach selbst ansprechen: Was wünschen Sie sich? Was können wir tun, damit Sie sich gut fühlen? Um zu signalisieren, dass du gut informiert bist, könntest du den Aufkleber mit der roten Schleife und Safe Space an deine Tür kleben und damit signalisieren, dass sich Menschen mit HIV hier sicher fühlen können.

Dafür müssten sie aber auch mit ihren Mitarbeiter*innen darüber sprechen und wenn nötig, wie ich auch, eine kleine Fortbildung anbieten. Die Aidshilfen bieten sowas ja an und zwar meist kostenfrei.

Dass Menschen mit HIV ausgerechnet im Gesundheitsbereich heute immer noch Diskriminierung erleben, darf nicht sein und da sind solche Signale und eine Überprüfung des eigenen Umgangs mit HIV in der Praxis sehr wichtig.

Gibt es Momente in deinem Leben, wo du auch eine oder einen Ally gebrauchen könntest?

Ein Teil meines Umfeldes reagiert mit innerlichem (und manchmal äußerlichem) Augenrollen, wenn ich beim Sprechen gendere. Da wäre manchmal ein Ally toll. Oder dann, wenn ich wieder erklären muss, warum ich vegan lebe und mir immer wieder dieselben unnötigen Sprüche anhören muss.

WIE KANN ICH ALLY WERDEN?
DIE HOT FACTS!

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Motiviere auch andere Du kannst der Funke sein, der Veränderung ermöglicht. Sprich mit Kolleg*innen und ermutige sie, sich ebenfalls zu engagieren. Bestelle dir unser Informationsmaterial zum Thema Gesundheitswesen, verteile sie an andereerkläre, warum Aufklärung und das eigene Engagement wichtig sind.

Sei eine Vertrauensperson!

Zeige doch dein Engagement, indem du die „Safe Space“ Schleife in deiner Praxis, Klinik oder Wartezimmer anbringst und somit ein Zeichen setzt.​

https://www.aidshilfe.de/shop/safe-space

Bestell dir was!
Auf aidshilfe.de gibt es eine Vielzahl von Materialien, die du kostenlos bestellen kannst oder sie direkt herunterladen. Lies sie selber oder gib sie weiter.

Informationen zu HIV

für die medizinische Praxis

Diese Broschüre richtet sich an Ärzt*innen und medizinisches Fachpersonal. Die Bundesärztekammer und die Deutsche Aidshilfe haben deshalb gemeinsam diese Broschüre veröffentlicht, die wichtige Informationen rund um das Thema HIV gibt.

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Reha Positiv

Informationen zu HIV für Beschäftigte in Reha-Einrichtungen. Sie verdeutlicht, dass bei der Einhaltung üblicher Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen keine Infektionsgefahr besteht und vor Menschen mit HIV niemand Angst haben muss. Darüber hinaus gibt sie Tipps, wie Einrichtungen respektvoll, professionell und unvoreingenommen mit Menschen mit HIV umgehen können.

• HIER BESTELLEN ODER ONLINE LESEN

Keine Angst vor HIV, HBV und HCV!

Für Zahnärtzliche Praxen. Mit dieser Broschüre soll deutlich gemacht werden, dass bei Einhaltung der üblichen Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen keine Infektionsgefahr besteht, weder für Ärzte und Praxisteam noch für Patientinnen und Patienten.

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Aidshilfen in Deiner Nähe findest Du hier: https://www.kompass.hiv/de

 

Sieh dir unser 2-Minuten-Video an!

E-Learnings zum Thema HIV

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Für Pflegekräfte

Du bist eine Pflegekraft oder in der Ausbildung und willst mehr zu HIV und zum Leben mit HIV heute wissen? Dann ist dieser 90-Minütige Kurs der richtige für Dich.  Du kannst den Kurs im Ganzen absolvieren oder in drei 30-Minütige Abschnitte aufteilen. Am Ende des Kurses erhältst Du ein Zertifikat. KLICK!

Für Ärzt*innen

HIV in Klinik und Praxis
Eine Fortblidung des Ärzteblattes für 3 Punkte. Dank moderner Therapieoptionen hat sich die HIV-Infektion von einer tödlichen zu einer chronischen Erkrankung gewandelt. KLICK!

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